mgv-chronik

Chronik des Männergesangvereins   

Einigkeit 1879 Bochum-Werne          

Hervorgegangen aus dem MGV Eintracht 1879

und dem MGV Conordia 1890

Wir schreiben das Jahr 1879. Die Deutschen huldigen ihren Kaiser Wilhelm I und seinem Kanzler Graf Bismark, der 4 Jahre später die gesetzliche Krankenversicherungspflicht für Arbeiter einführt.

                 

       Kaiser Wilhelm I                                Graf Bismark

 geb. 22.03.1797 gest. 9.03.1888          geb 1.04.1815  gest. 30.07.1898

       Kaiser seit 1871            

 

Die Männer kauen Kautabak oder rauchen Pfeife, weil Zigaretten zu teuer sind. Werne ist von Zechen eingerahmt und wahrscheinlich kein Luftkurort.

 Ausgerechnet zu dieser Zeit kommt man in Werne auf die Idee einen zusätzlichen Gesangverein zu gründen und ihn "Eintracht" zu nennen.

Es bestehen bereits die Gesangvereine "Deutsche Eiche" und "Fortuna". Aber ohne Beeinflussung durch Radio und Fernsehen war wohl die Gründung eines  neuen Vereins ein Bedürfnis,  und  Konkurrenz spornt bekanntlich an.

Aus einer ganz geringen Anzahl von Mitgliedern haben es der damalige Dirigent und Vorstand fertig gebracht, binnen Jahresfrist seine beiden Bruderevereine an Mitgliederzahl zu überholen.

Aus dem Überschuß einer Festlichkeit im Jahre 1880 und aufgestockt durch einige Sponsorengelder wurde sogleich eine damals obligatorische

Vereinsfahne angeschaft. ( 273,-- Mk. ) Der 10 Jahre später hinzugefügte silberne Adler, der die Fahnenstange zierte, ist leider nicht mehr vorhanden.

                                                          

Wobei wir im Jahre 1890 angekommen wären und die Gründung des Gesangvereins "Concordia" zu erwähnen ist.

Die "Concordianer" haben es verstanden, aus einem Männergesangverein mit ganz bescheidenen Anfängen, im Laufe der Zeit eine sogenannte Gesellschaft mit ca. 400 Mitgliedern wachsen zu lassen. Singen und Geselligkeit waren auch hier Trumpf !

Viele Berichte aus damaliger Zeit zeugen von durch Fleiß und sängerischem Können errungenen Preisen. Große Pokale waren Zeugnis für berechtigten

Stolz. Aus mündlich überlieferten Berichten ist bekannt, daß man bereits im 1. Weltkrieg einen Großteil der Pokale zu Kriegszwecken eingeschmolzen hatte.Schriftliche Protokolle existieren erst wieder ab dem 16. März 1919.

Aus einem Protokoll vom 30. Mai 1920 sei zu erwähnen, daß man für ein  Konzert im September 3.50 Mk. als Eintrittspreis zu nehmen gedenke.

Außerdem wurde beschlossen, die Mitgliedsbeiträge pro Quartal auf 2.-- Mk. zu erhöhen. Um ein pünktliches Erscheinen in den Proben zu erreichen, wurden für Zuspätkommer ein Strafgeld von -,50 Mk. eingeführt und für das gänzliche Fehlen in den Proben und Versammlungen ein solches von 1.-- Mk.

beschlossen.     

Im Oktober 1920 sind schon die ersten Anzeichen der Inflation zu erkennen. Die monatlichen Beiträge werden auf 2.-- Mk. erhöht, weil die Steigerung des Dirigentengehaltes dies erfordere.

Im November 1921 wurde beschlossen die Monatsbeiträge der aktiven Mitglieder von 2.-- Mk. auf 3.-- Mk. und die der passiven Mitglieder von 3.-- Mk. auf 4.50 Mk. zu erhöhen.

Im Jahre 1922 ist man wieder vaterländisch und wählt Fahnenoffiziere in den Vorstand.

Aber die Preise galoppieren und man erhöht die Monatsbeiträge für alle Mitglieder auf 5.-- Mk.

Im Dezember 1922 ist man bereits bei 20.-- Mk. monatlich für Sänger und 50.-- Mk. vierteljährlich für passive Mitglieder. Während das monatliche Dirigentengehalt von 600.-- Mk. auf 1000.-- Mk. steigt.

Im Februar 1923 beschließt man Monatsbeiträge von jeweils 50.-- Mk., die bereits im April auf 300,-- Mk. steigen.

Der Erlös eines am 24. Juni 1923 stattgefundenen Wohltätigkeitskonzertes wurde dem "Herrn Amtmann" für die Armen der Gemeinde übergeben.

Am 28. Dezember 1923 wird berichtet, dass man in letzter Zeit wegen der wirtschaftlichen Notlage keine Beiträge mehr kassiert hätte. Das Honorar des Dirigenten wurde durch Sammlung in den Proben aufgebracht.

In einem Protokoll vom 2. Mai 1924 schreibt man, dass sich die Verhältnisse wieder stabilisiert hätten und der Monatsbeitrag einheitlich wieder auf -.50 Mk. festgesetzt ist und dem Dirigenten 25.-- Mk. monatlich zugestanden werden.

Die Zeit vergeht und wird vereinsseitig mit Konzerten für die eigene Kasse, Wohltätigkeitskonzerten, Gesangs-Wettbewerben und gemütlichen Feiern gefüllt. Ab und zu findet auch ein Vereinsausflug mit, oder auch ohne Anhang statt.

Ein Protokoll vom März 1931  berichtet von einem Kirchenkonzert mit Eintrittspreisen von -.50 Mk., und -.25 Mk. für Erwerbslose. Von den bescheidenen Einnahmen in Höhe von 119,25 Mk. waren 24,30 Mk. Gemeindesteuern fällig.

Ab Mai 1932 werden die Monatsbeiträge für Erwerbslose auf -.25 Mk. gesenkt.

Der Jahresbericht für das Geschäftsjahr 1933 endet mit Heil Hitler und der Vorsitzende wird zum Vereinsführer.

Das am 28. November 1937 stattfindende Herbstkonzert wird von der Musik des Flak-Regiments Nr. 4 aus Dortmund eingerahmt.

Am 1. September 1939 wurden bereits die ersten Sangesbrüder eingezogen.

Im Mai 1943 wird berichtet, daß ab sofort nicht mehr geprobt werden kann, da der Dirigent diestverpflichtet ist.

Am 19. August 1945 werden die Proben wieder aufgenommen und am 2. Dez. 1945 findet bereits wieder ein Konzert statt, dess Reinerlös zum Wiederaufbau der evg. Kirche bestimmt ist.

Handelt es sich bei den Aufzeichnungen um ca. 66 Jahre Vereinsgeschichte des MGV Eintracht, so iwird es dem Bruderverein MGV Concordia ähnlich ergangen sein. Die entsprechenden Unterlagen, die darüber hätten Auskunft geben können, sind leider dem 2. Weltkrig zum Opfer gefallen.

 

 Beide Vereine haben nach dem Krieg alle erdenklichen Anstrengungen unternommen, um dem Chorgesang wieder die Geltung zu verschaffen, die er einstmals innehatte. Kulturleben ohne Chorgesang ist undekbar.

Der MGV-Concordia hatte im April 1960 einen Kinderchor gegründet, um dem Nachwuchsmangel entgegen zu wirken. Aber mit der Zeit wurde es immer schwieriger Personen zu gewinnen, die bereit waren, dem Chorgesang den Platz zu erhalten, den er bei seiner langen Tradition inne hatte.

Man kam um Zusammenschlüsse nicht herum.

Im Jahre 1976 kam es, nach einer 3 jährigen Chorgemeinschaft, zum Zusammenschluß beider Vereine unter dem neuen Namen  MGV-Einigkeit 1879 Bochum Werne.

Das erste Großereignis nach dem Zusammenschluß waren die Veranstaltungen zum 100- jährigen Bestehen im Jahre 1979, die vom 8. bis 11. Juni im Festzelt auf dem Werner Marktplatz stattfanden.

               

  Carl-Friedrich Zelter, geb 1758, gest. 1832, war deutscher Komponist

                                                                                                                       

.

Er gründete 1809 die erste Liedertafel in Berlin und

war seit 1799 Berater und Freund Goethes.

Auf Grund seiner hervorragenden Leistungen und

Tätigkeiten am deutschen Liedgut, gründete 1956

Prof. Heuss als Bundespräsident die Zelterstiftung.

Aus dieser Stiftung werden für besondere Dienste

am deutschen Lied Ehrungen ausgesprochen.

 

Diese Zelter-Plakette wurde dem Gesangverein

" MGV-Einigkeit 1879 Bochum-Werne "

am 27. Mai 1979 in der Mercatorhalle in Duisburg

von Herrn Bundespräsidenten Walter Scheel überreicht.

 

 
MGV-Einigkeit 1879 Bo-Werne bei der Übergabe der Zelterplakette
 

Nach der Verleihung der Zelterplakette stellte sich der Verein den Fotografen.

Auch das soziale Engagement setzte sich fort mit einem "Abend des Frohsinns und Gemütlichkeit" am 5. Januar im "Haus Glockengarten".

Als Höhepunkt jüngster Vereinsgeschichte sind die damaligen Reisen ins heutige Slowenien, dass zu der Zeit noch zu Jugoslawien gehörte, zu betrachten.Die Erinnerungen daran haben sich in die Herzen der Sänger eingegraben. 

Die schöne Episode begann im April 1981 und setzte sich mit einem Gegenbesuch im Oktober 1981 fort. Während bei den ersten Besuchen jeweils nur die Sänger auf die Reise gingen, fuhren wir im Juni 1985 mit Anhang zum 100 jährigen Bestehen des dortigen Gesangvereins Lipa (Linde) Litija.

Der Gegenbesuch fand im Oktober 1985 statt und wurde mit einem gemeinsamen Konzert im Ludwig-Steil-Haus gekrönt. Die Besuche wurden jeweils 1987 wiederholt.

Das Vereinsleben im hiesigen Raum ging weiter. Neben etlichen Veranstaltungen bei denen wir als Gäste mitwirkten oder sie in eigener Regie durchführten, haben wir auch unsere Vereinsjubiläen mit Konzerten gewürdigt. So im Mai 1989 zum 110-jährigen um im Mai 1999 zum 120-jährigen Bestehen.

Um Wilhelm Busch zu zitieren: Einszweidrei, im Sauseschritt läuft die Zeit; wir laufen mit und im Jahre Zweitausenundvier ist unser Gesangverein schon 125 Jahre hier.

Der Chronist bittet um Nachsicht für die übergewichtige Gestaltung vor dem 2. Weltkrieg. Er  ist der Meinung, daß gerade diese Aufzeichnungen die Höhen und Tiefen eines Traditionvereins widerspiegeln.

Mögen den 125 Jahren noch viele folgen, bei der neben der Pflege des Gesanges und des Liedgutes, der Zusammenhalt und die Gemütlichkeit in der "Einigkeit"  immer ganz oben stehen.

Mit herzlichem Gut Sang !

Der Chronist

Die gesamte Aufzeichnung steht in unserem Jubiläumsheft

zum 125-Jährigen Bestehen.

 

Heute, in diesem Jahr 2009 wird unser Verein, der

MGV-Einigkeit 1879 BO-Werne nun schon 130 Jahre jung.

Wir werden dies am 19. September 2009 in unserem Ludwig-Steil-Haus

in Bo-Werne, Anemonenweg 14 mit einem Konzert gebührlich feiern und anschließend  mit einem gemütlichem Beisammensein den Tag beenden,

wie wir es bei den letzten Konzerten auch gemacht haben.

Erfolg meistert alle Hürden.

Von den Einnahmen des Konzerts wird wieder ein Teil an den Ludwig-Steil-Haus Verein übergeben, der das Gemeindehaus seit einigen Jahren in Eigenregie betreibt, mit Erfolg. 

So ist der soziale und gemeinnützige Aspekt auch weiterhin gewahrt.

Weitere Infos auf den anderen Seiten

 Unser Verein hat z.Zt. 26 aktive Sänger und 74 fördernde Mitglieder

Zur Weihnachtsfeier am 12. Dez. 2009 hatte wir einige Jubilare. Sie wurden allesamt

durch unseren 1. Vorsitzenden Heinz Pistor und dem 1. Vorsitzenden des Sängerkreises

Bochum geehrt. Das waren H.Josef Hoffmann für 40 Jahre Sänger im Gesangverein

                                      Heinz Hegenberg für 25 Jahre Sänger im Gesangverein

                                      Ernst Skibitzki für 25 Jahre im Sänger Gesangverein

                                      Manfred Wloch  für 40 Jahre im Gesangverein

und als fördernde Mitglieder S. Langefeld für 60 Jahre,

                                       N. Büttner  für 60 Jahre,

                                       E. Pfetzing  für 40 Jahre

                                       G. Schäfer   für 40 Jahre

Anschließend brachten die Sänger der MGV Einigkeit den Jubilaren ein Ständchen

und wurden gemeinsam eingeladen am Büffet teilzunehmen, das die Frauen der Sänger

mit viel Sachverstand und Zeit bereitet haben. 

Das Jahr 2010  In der Jahreshauptversammlung wurde am 30. Januar

der neue Vorstand gewählt. Heinz Pistor, der diesen Posten seit 20 Jahren

bekleidete, gibt seinen Vorsitz auf eigenen Wunsch hin ab. Der neue Vorstand:

1. Vors. Dieter Schoss, 2. Vors. Karl Kusch, 1. Kassierer Christoph Druck,

1. Schriftführer: Dieter Przibylla, 2. Schriftführer: H. Josef Hoffmann 

Beisitzer: Ernst Skibitzki, Reinhold Pilch, Heinz Pistor

Hauskassierer: Dietmar Klimmek, Lothar Rabe

Kassenprüfer 2010:  Helmut Neumann + Gerd Schäfer

Notenwarte 2010:  Manfred Rosendahl, Heinz Hegenberg, Erich Stratenhoff

Einige Veranstaltungen werden uns auch in diesem Jahr begleiten:                                  siehe Kalender

In einer neuen Vostandssitzung haben wir uns entschlossen an allen Aktinstagen auch mit einem eigenen Infostand anzutreten um Sänger und Förderer zu werben.

Für das Jahr 2011 ist erstmals wieder ein Frühlingskonzert geplant

 

 

 

Anregungen, oder möchtest Du persönlich Infos?

 

Schreibe uns dieter.schoss@gmx.de


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